Die Einführung des Koh nach Japan und die
Takimono-Kultur der Hofadligen der Heian-Dynastie
Im Jahr 754 n.Chr. betrat Ganjin, ein buddhistischer
Mönch aus Tang, erstmals japanischen Boden.
Dieser ehrwürdige Priester, wohlbekannt für
die Einführung der buddhistischen Lehre in
Japan, sollte auch für seine Leistungen in
der Geschichte des Koh erinnert werden. Denn er
war es, der in Form des medizinischen Incense
und mit der Fähigkeit des “Nerikoh”
(Vermischung von Incensekugeln), die blühende
Koh-Kultur der Tang-Dynastie in Japan einführte.
”Takimono”, eine Art des “Nerikoh”,
wird aus dem pulverisierten Räucherwerk
für medizinische Zwecke und einer Verbindung
aus Nektar und Melasse hergestellt. Da es vor
dem “Nerikoh” kein duftendes Incense
in Japan gab, hatten die Menschen dort medizinisches
Räucherwerk abgebrannt, um Wohlgerüche
zu erzeugen. Da “Nerikoh” eine Mischung
aus verschiedenen Substanzen ist, entstanden
je nach Mischverhältnis unterschiedliche
Düfte. Das führte dazu, dass die Japaner
sich ihre eigenen und bevorzugten Düfte
selbst mischten. So wurde Incense nicht mehr
allein für religiöse Zeremonien verwendet,
sondern zunehmend auch für das geschmackvolle
Vergnügen namens “Soradakimono”,
der Erbauung an einem anmutigen Duft. Es begann
die ästhetische und kunstvolle Welt des
würdevollen Koh in Japan.
Im 8. Jahrhundert mischten sich die Adligen
der Heian-Ära das ursprüngliche “Takimono”
in ihrer Suche nach aparten und hochklassigen
Düften für den persönlichen Gebrauch.
Je nach Stimmung des Augenblickes wurden entsprechend
der Tageszeit, des Anlasses oder der Jahreszeit
unterschiedliche Mischungen verwendet. Die Höflinge
verbrannten ihre Lieblingsdüfte, um Kleidung
zu imprägnieren oder die Räume für
Gäste mit wohlriechenden Aromen zu erfüllen.
Zu jener Zeit entstand auch das sogenannte “Takimonoawase”,
ein Spiel, in dem die Teilnehmer um die Herstellung
des besten Duftes konkurrierten. Da sie mit
den simplen Naturdüften der Blumen und
Früchte nicht recht zufrieden waren, kreierten
die Hofadligen Aromen zu ihrem eigenen Wohlgefallen
und schufen so die Grundlagen für eine
besondere Incense-Kultur, welche fest mit einem
ausgeprägten Sinn für Jahreszeiten
verbunden ist. So enstand eine der Grundeigenschaften
für Koh-Do.
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